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Die Ărziger Sonnenuhr zĂ€hlt zu den klassischsten Sonnenuhren und wird als die Ă€lteste an der Mosel mit römischen Ziffern benannt.
Die Ărziger Sonnenuhr ist im Besitz unseres WeinGutes Benedict Loosen Erben und wo die Weinberge am steilsten sind, reifen Trauben fĂŒr Spitzenweine, die dem Ort und seinen Weinlagen den weltbekannten Ruf brachten.
Hier finden Sie den Flyer Sonnenuhr Ărzig WeinGut Benedict Loosen Erben umfangreichen Informationen zur Historie, Flora und Fauna.
Inmiten der Sonnenuhr ist die Figur des Kuno von Pfullingen. Eine der bekanntesten mittelalterlichen Gewalttaten an der Mosel geschah anno 1066 in Ărzig. Es geht um Kuno von Pfullingen, der auch Konrad oder Cuno genannt wird. Er sollte 1066 Erzbischof von Trier werden, kam aber nie in Trier an, weil er bei Ărzig ermordet wurde.
Aber wer war Kuno von Pfullingen?

Geboren wurde er um 1035/40 im schwĂ€bischen Pfullingen. Kuno entstammte dem schwĂ€bischen Adelsgeschlecht der Grafen von Pfullingen. Sein Vater war Eilolf (Egilolf) von Pfullingen, seine Mutter Hazecha. Besonders einflussreich war sein Onkel Anno II. von Köln, einer der bedeutendsten KirchenfĂŒrsten seiner Zeit, der Kunos Karriere maĂgeblich förderte. Vor seiner Ernennung zum Trierer Erzbischof war Kuno Dompropst in Köln.
Die Ernennung zum Trierer Erzbischof erfolgte auf Betreiben Annos II. und kam mit UnterstĂŒtzung des jungen Königs Heinrich IV. zustande. All dies geschah, ohne die Trierer Geistlichkeit, den Adel und die BĂŒrgerschaft ausreichend einzubeziehen. Viele Trierer fĂŒhlten sich daher ĂŒbergangen und lehnten den von auĂen eingesetzten Kandidaten ab. Erheblicher Widerstand machte sich breit.
Das war schlecht fĂŒr Kuno, denn als er im Mai 1066 mit bewaffnetem Geleit von Köln kommend in Richtung Trier reiste, wurden er und seine Gefolgschaft am 18. Mai 1066 in der Gegend von Bitburg von AnhĂ€ngern des Trierer Domvogts Theoderich ĂŒberfallen. Kuno wurde gefangen genommen und nach Ărzig verschleppt. Nach etwa zwei Wochen Gefangenschaft wollte man sich seiner entledigen. Er wurde am 1. Juni 1066 hingerichtet. DafĂŒr wurde wurde er zum Felsen des ehemaligen Wachtturms gefĂŒhrt / geschleppt. Dieser Ort befindet sich in den Weinbergen flussabwĂ€rts Ortsausgang Ărzig. Dreimal wurde Kuno den steilen Felsabhang hinabgestĂŒrzt. Er ĂŒberlebte alle diese grauenhaften Taten. SchlieĂlich wurde er enthauptetet. Der Leichnam blieb zunĂ€chst unbestattet liegen. Auf Initiative des damaligen Bischofs von Verdun und des Abtes der Benediktinerabtei Tholey ĂŒberfĂŒhrte man seinen Leichnam nach Tholey, wo Kuno am 10. Juli 1066 in der Abteikirche beigesetzt wurde. Bis heute erinnert eine Inschrift vor dem Tabernakel an seine GrabstĂ€tte.
Kuno I. von Pfullingen starb, bevor er sein Amt als Erzbischof von Trier antreten konnte. Nach mittelalterlichem VerstÀndnis galt sein Tod als Martyrium, weil er infolge seines kirchlichen Amtes und der politischen Auseinandersetzungen um die Besetzung des Trierer Bischofsstuhls ermordet wurde. Das nebenstehende Foto zeigt das Cuno-Fenster in der Abtei Tholey.
Seine Mörder wurden exkommuniziert. Bald schon entwickelte sich eine regionale Wallfahrts- und Reliquienverehrung. In der Abtei Tholey befindet sich sein Grab und Reliquien. Sein Gedenktag ist der 1. Juni.
In Teilen der Mosel- und Saarregion blieb die Verehrung des heiligen Kuno noch jahrhundertelang lebendig.
Kuno's Schicksal ist historisch deshalb bedeutsam, weil es eindrucksvoll die Spannungen zwischen königlicher Investitur (Einsetzung in ein geistliches Amt) und den AnsprĂŒchen von Domkapiteln und lokalen Eliten auf die Wahl ihrer Bischöfe veranschaulicht.
Kuno zĂ€hlt in seiner Heimatstadt Pfullingen zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten. Man erinnert an ihn als einen der bedeutenden Söhne der Stadt. Eng verbindet sich sein Leben mit der Geschichte Schwabens, des Erzbistums Köln und des Erzstifts Trier und zeigt beispielhaft, wie eng kirchliche Ămter und Reichspolitik im 11. Jahrhundert miteinander verflochten waren.
Auch in Ărzig erinnert man an ihn. Am markanten Ărziger Felsmassiv in direkter NĂ€he zur Mosel erinnert eine Kuno-Statue an das Ereignis. An dem Wachturm ist heute die Ărziger Sonnenuhr zu sehen in dessen Mitte eine Figur Kunos aufgestellt ist.
Die Ermordung Kunos zĂ€hlt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Ereignissen der Ortsgeschichte von Ărzig. Sie zeigt den Machtkampf zwischen König, Kirche und regionalem Adel im 11. Jahrhundert.
Aber auch im Raum Morbach hinterlieĂ Kuno Spuren. Die bedeutendste Erinnerung ist die St. Cuno-Kapelle.
Kunos Leichnam wurde der Ăberlieferung nach auf einem Ochsenkarren von Ărzig nach Tholey gebracht. An der Stelle der heutigen Kapelle soll der Wagen in der Nacht stehen geblieben sein. Zudem wird von einer wundersamen Heilung berichtet. Dieses Ereignis wurde als göttliches Zeichen gedeutet. An dieser Stelle lieĂ der Verduner Bischof daraufhin zunĂ€chst eine kleine GedĂ€chtniskapelle errichten. Im 14. Jahrhundert entstand dort eine groĂe Kirche. Noch heute ist der gotische Chor als St.-Cuno-Kapelle erhalten.
In Morscheid-Riedenburg erinnern die St.-Cuno-StraĂe und der St.-Cuno-Platz bis heute an ihn.
Die Cuno-Verehrung war ĂŒber Jahrhunderte Bestandteil des religiösen Lebens im HunsrĂŒck und an der Mosel.
Gerade fĂŒr Ărzig und Morbach ist bemerkenswert, dass sich die Erinnerung an Kuno ĂŒber fast 1.000 Jahre erhalten hat: Ărzig erinnert an seinen gewaltsamen Tod, Morscheid-Riedenburg an den Leichenzug und die Legende um die Entstehung der Kapelle, und Tholey an seine Grablege und jahrhundertelange Verehrung. Diese drei Orte bilden quasi den historischen und geistlichen âKuno-Wegâ der Region.
Am 12. Juli 2026 stellten Vater Abt Wendelinus sowie Claudia MĂŒller und Bernhard Föhr vom Ărziger WeinGut Benedict Loosen Erben im Beisein des ersten Abgeordneten Alexander Besch und der Tholeyer KĂŒnstlerin Sabine Caspar anlĂ€sslich des Klosterfestes des JubilĂ€umswein vor.
Mit diesem eigens aufgelegten JubilĂ€umswein erinnern die Gemeinde Tholey, die Benediktinerabtei Tholey und das WeinGut Benedict Loosen Erben aus Ărzig an den Heiligen Kuno von Pfullingen, der eine ganz besondere Verbindung zu Tholey hat.
Mit dem JubilĂ€umswein schlagen die Projektpartner eine symbolische BrĂŒcke zwischen Ărzig, dem Ort seines Todes, und Tholey, seiner letzten RuhestĂ€tte.
Die wurzelechten Rieslingreben fĂŒr diese Weine zu seinem Gedenken sind gewachsen in den Weinbergen auf der Ărziger Sonnenuhr. Sie zĂ€hlt zu den Ă€ltesten und bekanntesten Sonnenuhren an der Mosel und ist im Familienbesitz des WeinGut Benedict Loosen Erben. Sie wurde auf den Ăberresten eines mittelalterlichen Wachtturms angebracht und trĂ€gt in der Mitte ihres römischen Zifferblatts die Figur des heiligen Kuno. Die Uhrzeit wird mittels Schattenwurfs durch Sonneneinstrahlung auf einem Polstab auf dem ebenen Zifferblatt abgebildet.
Die uralten Reben fĂŒr die beiden JubilĂ€umsweine wachsen damit an einem geschichtstrĂ€chtigen Ort, der eng mit Kunos Lebensweg verbunden ist.
âMit dem JubilĂ€umswein verbinden wir auf besondere Weise Geschichte, Kultur und regionale IdentitĂ€t. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Benediktinerabtei Tholey, der Gemeinde Tholey und dem Weingut aus Ărzig macht deutlich, wie Erinnerungskultur ĂŒber Ortsgrenzen hinweg lebendig gehalten werden kannâ, betonen BĂŒrgermeister Andreas Maldener und Abt Wendelinus Naumann im GesprĂ€ch mit Claudia MĂŒller und Bernhard Föhr vom WeinGut Benedict Loosen Erben.
Eine besondere Bedeutung kommt auch dem Etikett der JubilĂ€umsedition zu. Die Tholeyer KĂŒnstlerin Sabine Caspar gestaltete es als bewusstes ErzĂ€hlbild. Im Mittelpunkt steht eine Weinrebe mit BlĂ€ttern und Trauben als Symbol fĂŒr Wachstum, BestĂ€ndigkeit und die Weitergabe von Verantwortung ĂŒber Generationen hinweg. Gleichzeitig verweist sie auf die Herkunft des Weines aus Ărzig.
Die verzweigten Reben greifen den Lebensweg Kunos auf und stehen sinnbildlich fĂŒr die Stationen Pfullingen, Köln und Tholey. In die Rebenstruktur integrierte Sabine Caspar zudem ein stilisiertes âKâ, das sich harmonisch in die Gestaltung einfĂŒgt und den Namen Kunos aufgreift, ohne ihn plakativ darzustellen. Die zurĂŒckhaltende Farbgestaltung orientiert sich an Holz, Erde und Weinreben und unterstreicht den zeitlosen Charakter des Motivs.
Auch die gleichberechtigte Platzierung der Logos von Gemeinde und Benediktinerabtei besitzt Symbolkraft. Sie steht fĂŒr die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Partner sowie fĂŒr die Verbindung von historischer Tradition und gegenwĂ€rtigem Gemeinwesen.
Der JubilĂ€umswein eignet sich sowohl als Erinnerung an das 960. Todesjahr Kunos von Pfullingen als auch als besonderes Geschenk fĂŒr Weinfreunde und historisch Interessierte.
Die JubilĂ€umsedition gibt es in zwei Varianten: als 2022er Ărziger WĂŒrzgarten Riesling Kabinett feinherb âKranklei â Alte Rebenâ sowie als 2024 Ărziger WĂŒrzgarten Riesling SpĂ€tlese âKranklei â Alte Rebenâ. Beide Weine stammen aus den traditionsreichen Steillagen von Ărzig an der Mosel â jenem Ort, an dem Kuno von Pfullingen im Jahr 1066 auf seiner Reise nach Trier ermordet wurde.
Text: Claudia MĂŒller (WeinGut Benedict Loosen Erben), Eric HĂŒlsberg (Presse- und Ăffentlichkeitsarbeit/Tholeyer Nachrichten)
Foto PrÀsentation JubilÀumswein: Lisa Grandke, Gemeinde Tholey Fachgebiet Kultur, Presse und Touristik
Presseartikel in der SaarbrĂŒcker Zeitung
















